Qualifizierter Förderbesuchshund
Die Ausbildung zum Qualifizierten Förderbesuchshund richtet sich an geeignete Mensch-Hund-Teams, deren Hundeführer über keine Grundqualifikation im Gesundheits- oder Pädagogikbereich verfügen. Sie eröffnet einen eigenständigen, qualitätsgesicherten Ausbildungsweg für einen verantwortungsvollen und strukturierten Einsatz in der förderorientierten Besuchsarbeit.
Die Ausbildung beginnt mit einem Eignungstest von Mensch und Hund und umfasst 110 Stunden Theorie und Praxis. Sie vermittelt die fachlichen und praktischen Grundlagen für einen reflektierten, zielgerichteten und sicher geführten Einsatz des Mensch-Hund-Teams in unterschiedlichen förderorientierten Settings.
Ein verbindlicher Bestandteil der Ausbildung ist die begleitete Praxiserfahrung. Mindestens 10 Praxisstunden werden unter meiner fachlichen Anleitung in Form von Hospitation, angeleiteter Praxis und stufenweise eigenem Einsatz absolviert. So wachsen die Teams nicht zufällig in ihre Aufgabe hinein, sondern entwickeln ihre praktische Handlungssicherheit in einem klar geführten und fachlich begleiteten Ausbildungsrahmen.
Die Hundeführer lernen, ihre Einsätze zielgerichtet zu planen, passend zum jeweiligen Setting durchzuführen und fachlich nachvollziehbar zu dokumentieren. Dadurch wird sichergestellt, dass Förderbesuche nicht beliebig erfolgen, sondern bedarfsorientiert, strukturiert und verantwortungsvoll gestaltet werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem tierschutzkonformen Handeln und dem Wohl aller Beteiligten, insbesondere auf dem Schutz des eingesetzten Hundes. Die Auszubildenden werden darin geschult und geprüft, die Körpersprache des Hundes sicher zu lesen, Stresssignale frühzeitig zu erkennen und Einsätze so zu gestalten, dass das Tierwohl jederzeit im Vordergrund steht. Dazu gehört auch ein fundiertes Verständnis dafür, in welcher Häufigkeit und Dauer Einsätze für den Hund verantwortbar sind und wie sie in der Praxis so gestaltet werden, dass Belastung vermieden und Sicherheit, Stabilität und Wohlbefinden erhalten bleiben.
Voraussetzung für die Zertifizierung ist zudem das Bestehen des Hundeführerscheins, sodass die Alltagstauglichkeit und Sicherheit des Teams zusätzlich überprüft werden. So entsteht ein Ausbildungskonzept, das fachliche Struktur, praktische Umsetzbarkeit, Verantwortungsbewusstsein und gelebten Tierschutz in besonderer Weise miteinander verbindet.